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Rollersafari auf Sri Lanka

Während unserer Sri Lanka Reise waren wir neun Tage in Arugam Bay. Eigentlich wollten wir da überhaupt nicht hin. Zum Glück haben wir in Kandy Nina und Dennis kennengelernt und uns dazu überreden lassen, mit den beiden zusammen nach Arugam Bay zu fahren. Arugam Bay liegt an der Ostküste Sri Lankas und ist unter normalen Umständen ein sehr touristischer Surfer Hotspot. Da wir während Corona auf Sri Lanka waren, war es zu dem Zeitpunkt wie überall im Land sehr leer. Wir haben uns für vier Tage einen Roller ausgeliehen und damit eine eigene Rollersafari gemacht. Diese Rollersafari war eine der schönsten Erlebnisse auf unserer Sri Lanka Reise und viel lohnenswerter als unsere Jeep Safari durch den Yala Nationalpark oder die Lagunen Safari, die wir ebenfalls in Arugam Bay unternommen haben. In diesem Beitrag fassen wir alle relevanten Informationen zur Rollersafari auf Sri Lanka zusammen. Dieses Erlebnis darf unserer Meinung nach auf keiner Sri Lanka Reise fehlen. 

Roller mieten auf Sri Lanka

Einen Roller kannst du dir auf Sri Lanka so ziemlich überall mieten. Frag dich dazu einfach in deinem Hotel oder bei Touranbietern vor Ort durch. Wir haben für unseren Roller ca. 4,30 € pro Tag gezahlt. Eine Tankfüllung lag ungefähr bei 2,20 €. Um auf Sri Lanka ein Fahrzeug führen zu dürfen, benötigst du neben deinem deutschen und dem internationalen Führerschein noch eine sri lankische Fahrerlaubnis. Diese kannst du in Colombo beantragen. Einen ausführlichen Artikel zum Thema Fortbewegung auf Sri Lanka findest du hier.  

Safari auf Sri Lanka

Auf Sri Lanka gibt es viele Möglichkeiten wilde Tiere in der freien Natur zu sehen. Du kannst beispielsweise eine Jeep Safari in einen der Nationalparks unternehmen. Außerdem werden in einigen Orten auch Lagunen Safaris oder Tuk Tuk Safaris angeboten. Bei einer Jeep Safari fährst du mit einem Fahrer in einen der Nationalparks. Wir waren beispielsweise auf einer halbtägigen Tour im Yala Nationalpark und haben zu zweit ca. 82 € ausgegeben. Auf der Safari haben wir Leoparden, Elefanten, Krokodile, Wildschweine, Wasserbüffel, Affen, Rehe und viele verschiedene Vögel gesehen. Ehrlich gesagt waren wir von der Safari dennoch etwas enttäuscht. In den ersten Stunden hat der Fahrer ausschließlich “Jagd” auf Leoparden gemacht. Die Fahrer haben sich untereinander ausgetauscht und wenn jemand einen Leoparden entdeckt hat, sind alle Jeeps dahin gerast. Wir fanden das etwas unangenehm. Anschließend haben wir die anderen genannten Tiere gesehen. Wir waren aber irgendwie davon ausgegangen, dass wir mehr Tiere und auch Tiere aus näherer Entfernung sehen würden. Teilweise sind wir über eine Stunde herum gefahren, ohne irgendein Tier zu entdecken. In Arugam Bay haben wir dann noch eine Lagunen Safari gemacht. Dabei wurden wir mit einem kleinen Boot durch eine Lagune gefahren und haben dort zwei Elefanten gesehen. Die Lagunen Safari hat ca. 10 € pro Person gekostet. Die Tour war ganz nett, aber ebenfalls eher unspektakulär. In Arugam Bay haben wir erstmals Schilder mit dem Begriff Tuk Tuk Safari entdeckt. Bei einer Tuk Tuk Safari fährst du anders als bei einer Jeep Safari nicht direkt in einen Nationalpark. Ein Tuk Tuk Fahrer fährt mit dir auf Straßen, die beispielsweise zu einem Nationalpark hinführen. Dort hast du ebenfalls gute Chancen Tiere in der freien Wildbahn zu entdecken. Dasselbe kannst du aber auch so wie wir auf eigene Faust mit einem Roller machen.

Rollersafari organisieren

Der optimale Ausgangspunkt für eine Rollersafari auf Sri Lanka sind Orte, die in der Nähe von Nationalparks liegen. In unserem Fall haben wir die Safari in der Nähe von Arugam Bay gemacht. Wir haben aber beispielsweise auch in der Nähe von Polonnaruwa einen Elefanten aus nächster Nähe aus dem Tuk Tuk gesehen. Dort befinden sich der Minneriya und Kaudulla Nationalpark. Wir gehen davon aus, dass du dort während des Elephant Gatherings (Juni/Juli bis September) auch gute Voraussetzungen für eine Rollersafari vorfindest. Informiere dich an deinem jeweiligen Standort über öffentliche Straßen, die beispielsweise durch Nationalparks oder an Nationalparks entlang verlaufen. Diese Straßen kannst du mit deinem Roller befahren und hast dort gute Chancen wilde Tiere zu entdecken. 

Unsere Rollersafari in Arugam Bay

Wir sind in Arugam Bay an mehreren Tagen mit den Rollern los gefahren und haben verschiedene Orte entdeckt.

Rollersafari auf Sri Lanka
Roller fahren auf Sri Lanka.

Am ersten Tag sind wir zum Lahugala Nationalpark gefahren. Von Pottuvil führt eine Straße (die A4) entlang des Nationalparks. Hier soll es gute Chancen geben Elefanten in freier Wildbahn zu sehen. Wir haben im Lahugala Nationalpark leider keine Elefanten entdeckt. Wir waren aber auch mittags dort. Generell lassen sich Elefanten besonders gut nachmittags oder zum Einbruch der Dämmerung beobachten. Im Lahugala Nationalpark konnten wir Wasserbüffel und Affen sehen.

Nachmittags sind wir nochmal in Richtung Panama aufgebrochen. Panama ist ein kleiner Ort in der Nähe von Arugam Bay. Dort haben wir den einsamen Panama Beach entdeckt.

Panama Beach Sri Lanka
Felsformationen am Panama Beach.
Panama Beach Sri Lanka
Der Panama Beach auf Sri Lanka.

Der Strand war wunderschön und absolut empfehlenswert. Um an den Strand zu gelangen musst du einem sehr sandigen Weg folgen. Wir sind mit Hilfe von Google Maps dorthin gefahren. Auf dem Rückweg haben wir entlang des Weges einige Schildkröten entdeckt.

Schildkröte am Panama Beach
Schildkröte am Panama Beach.

Weiter ging es mit dem Roller zum Panama Tank / Panama Wewa. Dabei handelt es sich um einen See, in dem häufig Krokodile beobachtet werden können. Tatsächlich haben wir ein paar Krokodile sehen können. Leider waren die Tiere zu schnell, um ein Foto zu machen. Am Panama Tank kannst du relativ weit mit dem Roller entlang fahren. Wir haben dort auch viele Elefantenspuren entdecken können. Ein Elefant selbst hat sich leider nicht gezeigt. Dafür haben wir aber fast menschengroße Affen gesehen.

Affen am Panama Tank
Affen am Panama Tank.

Unser Glück bezüglich der Elefanten ließ nicht lange auf sich warten. Am nächsten Tag sind wir nochmal zum Panama Tank gefahren, um Krokodile zu sehen. Auf dem Rückweg kam uns plötzlich ein Traktor mit winkenden und rufenden Männern entgegen. Nicht weit entfernt vom Straßenrand hatten sie einen Elefanten in den Büschen entdeckt. Dem Elefant folgte ein weiterer und dann entdeckten wir auf der anderen Straßenseite am See noch zwei Elefanten. An einen von den Elefanten konnten wir mit den Rollern wirklich sehr nah heran fahren. Der Elefant zeigte sich relativ unbeeindruckt von unserer Anwesenheit und fraß weiter Gras und Blätter. Es war ein sehr besonderes und unwirkliches Erlebnis einem wilden Elefanten so nah zu sein. 

Rollersafari Sri Lanka Elefant Raus um die Welt
Rollersafari Sri Lanka Elefant

Und dann stand plötzlich ein Elefant auf der Straße

Eigentlich dachten wir nach der oben genannten Elefantenbegegnung, dass wir wirklich viel Glück gehabt haben. Aber was sollen wir sagen. Es wurde noch besser. An einem weiteren Tag sind wir mit den Rollern die komplette Strecke von Arugam Bay bis zum Kumana Nationalpark gefahren. Der Kumana Nationalpark bildet den östlichen Teil des Yala Nationalparks. Um dorthin zu gelangen, folgst du von Panama der “Straße” B355. Straße kann man das ganze eigentlich wirklich nicht nennen. Es handelt sich um einen Sandweg, der immer weiter in den Kumana Nationalpark hineinführt. Unser Ziel war eigentlich der Tempel Kudumbigala Monastery. Dort angekommen mussten wir leider feststellen, dass der Tempel aufgrund von Corona geschlossen hatte. Auf dem Weg zum Tempel hatten wir in der Ferne bereits zwei Elefanten und einige Wasserbüffel entdeckt. Wir entschieden uns der Straße weiter in Richtung der Tiere zu folgen. Wir fuhren immer weiter und weiter in den Nationalpark. Irgendwann waren wir uns nicht mehr sicher, ob wir gerade einer öffentlichen Straße folgen oder uns illegaler weise im Nationalpark aufhalten. Denn tatsächlich konnten wir bis auf Leoparden alle Tiere, die wir im Yala Nationalpark gesehen hatten, aus nächster Nähe von unserem Roller entdecken. Als wir irgendwann vor einem Tor mit der Aufschrift “Kumana Nationalpark” standen und in der Nähe davon ein kleines Fischerdorf entdeckten, entschieden wir uns umzukehren. Wir haben später nochmal recherchiert und das war wohl tatsächlich der Ort, bis zu dem man fahren darf. Das kleine Dorf nennt sich Okanda und die Straße wird auch als Panama Okanda Road bezeichnet.

Eingang Kumana Nationalpark B355
Eingang Kumana Nationalpark.
Einfahrt Okanda Village Sri Lanka
Einfahrt Okanda Village Sri Lanka.

Auf dem Rückweg passierte dann das, was wir nur aus Blogs und Youtube Videos anderer Reisender kannten. Es stand plötzlich ein Elefant auf der Straße. Hinter ihm ein verlassenes Motorrad, das wie wir später herausfinden sollten, zu zwei Einheimischen gehörte, die panisch in den Dschungel geflüchtet waren. Diesen Moment werden wir wohl nie wieder vergessen. Bei keiner der gebuchten Safaris waren wir einem wilden Elefanten so nah gekommen, wie an diesem Tag auf unserer Rollersafari. Minutenlang überlegten wir, ob wir abwarten oder einfach an dem Elefanten vorbei fahren sollten. Letztendlich trat er den Rückzug in die Büsche an und wir fuhren sehr nah an dem Tier vorbei. 

Rollersafari Sri Lanka Elefant Straße

Unsere Tipps für deine Rollersafari auf Sri Lanka

Wir können die Rollersafari auf Sri Lanka jedem Reisenden nur empfehlen. Du hast die Möglichkeit wilde Tiere aus nächster Nähe zu beobachten und bist zeitlich absolut flexibel. Die Kosten für eine Rollersafari auf Sri Lanka liegen deutlich unter denen einer geführten Safari. Fast alle Tiere, die du auf einer geführten Safari entdecken kannst, kannst du auf Sri Lanka auch auf eigene Faust beobachten.

Bitte miete dir nur dann einen Roller oder ein anderes Verkehrsmittel auf Sri Lanka, wenn du dich traust im verrückten sri lankischen Verkehr zu fahren. Den Verkehr in Arugam Bay und Umgebung haben wir als relativ entspannt wahrgenommen. Wenn du noch nie in Asien Roller gefahren bist, würden wir dir dennoch nicht empfehlen hier deine erste Fahrt vorzunehmen. Aufgrund des Linksverkehrs erfordert der Verkehr auf Sri Lanka einiges an Konzentration. 

Sei dir bitte außerdem darüber bewusst, dass du es bei den Tierbegegnungen mit wilden Tieren zu tun hast. Sei nicht unvorsichtig und halte einen gewissen Mindestabstand zu den Tieren ein. Tritt im Zweifelsfall lieber den Rückzug an, als dich selbst in Gefahr zu bringen. 

Wir wünschen dir viel Spaß auf deiner Rollersafari auf Sri Lanka. 

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